Die BI hat immer wieder argumentiert, dass das städtische Lärmgutachten zur Bepflasterung des Marienplatz fehlerhaft ist (z.B. hier und hier). Der Hauptvorwurf: Die Berechnungen des Sachverständigen beruhen auf viel zu niedrigen Verkehrszahlen (1.312 KFZ/Tag am Messpunkt Rohanapotheke). Die BI argumentierte weiter: Wenn mit den richtigen Zahlen gerechnet worden wäre, wäre herausgekommen, dass die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Das Natursteinpflaster dürfte nicht verlegt werden.

Gegen den gesunden Menschenverstand.

Die Anzahl von 1.312 KFZ/Tag war schon im ersten Moment wenig plausibel. In den Jahren 2013 und 2014 wurden einige Verkehrszählungen innerhalb der Stadttore durchgeführt aus denen sich für den Bereich zwischen Volksbank und unterem Tor ca. 3.500 Fahrzeuge Fahrzeuge pro Tag ergaben. Dass es am stark frequentierten Marienplatz dann unmöglich nur 1.312 KFZ sein konnten, ließ sich schon mit gesundem Menschenverstand herleiten.

Die BI wollte es jedoch genau wissen und hat wie bei ihrem Lärmgutachten für den oberen Teil der Friedrichstraße intensive eigene Verkehrszählungen durchgeführt. Das Ergebnis vorweg: Wie die meisten erwartet hatten, fahren an der Rohanapotheke etwas mehr Fahrzeuge durch als am Bereich zwischen Volksbank und unteres Tor: etwa 3.800 KFZ/Tag.

Hätte der Gutachter der Stadt mit dieser Zahl gerechnet, wäre eine Lärmbelastung deutlich über den erlaubten Grenzwerten (64dB tags / 54 dB nachts) herausgekommen. Das Natursteinpflaster hätte tatsächlich nicht verlegt werden dürfen!

Unsere Zählmethode

In der Nähe vom unteren Tor wurde eine Kamera befestigt, die über mehrere Tage durchgehend Fotos im Abstand von 1 Sekunde aufgenommen hat. Die Kamera hatte beide Kreuzungen im Blick (Austraße/Festungsstraße und Einfahrt Schuhmachergasse). Aus den geschossenen Bildern wurde ein Film erstellt. Der Film wurde in Stundenabschnitte eingeteilt. Dann wurden für jede zu zählende Straße Messpunkte festgelegt und virtuelle Linien gezogen. Anschließend wurden alle Fahrzeuge gezählt, die die jeweilige virtuelle Linie überfahren haben. Dabei wurde unterschieden zwischen PKW, motorisiertem Zweirad und LKW. Hier das Ergebnis der Zählung für den Messpunkt Rohanapotheke aus dem Beispiel-Video:

Zähltabelle

Der Vorteil der von uns gewählten optischen Zählmethode ist, dass man die Ergebnisse leicht nachvollziehen und jederzeit reproduzieren kann. Jeder, der sich dafür interessiert, kann unsere Aufzeichnungen einsehen und prüfen, ob die Anzahl der gezählten Fahrzeuge korrekt ist.

Das Video zeigt den Zeitraum von 22:00 Uhr bis kurz nach 23:00 Uhr am 22.03.2016. Wir haben diesen Zeitraum auch deshalb gewählt, weil man ahnen kann, wie falsch die Daten der Stadt sind. Der Lärmgutachter der Stadt ging davon aus, dass nachts, d.h. zwischen 22:00 Uhr abends und 6:00 Uhr morgens nur 64 Fahrzeuge an der Rohanapotheke durchfahren. Unser Video zeigt, dass dieser Wert am 22.03.16 bereits nach etwas mehr als einer Stunde schon erreicht war.

Datenschutz

Der gesamte Prozess wurde mit dem Büro des Landesdatenschutzbeauftragen abgestimmt, damit sichergestellt ist, dass die relevanten Datenschutzrichtlinien eingehalten werden.

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